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Grüne Woche 2024 in Berlin

Der Mutterkuhhalter NRW e. V. präsentierte sich vom 19. bis 28. Januar 2024 zum ersten Mal mit einem eigenen Messestand auf der Grünen Woche in Berlin. Der Verein bot vielfältige Informationen für Besucherinnen und Besucher der NRW-Halle auf der Messe an. Sie hatten zudem die Gelegenheit, im Rahmen von Mitmachaktionen mehr über die nachhaltige Haltungsform zu erfahren.

„Unsere Initiative nutzte die Grüne Woche, um sich mit seinen mitausstellenden Mitgliedern zu präsentieren und den Besucherinnen und Besuchern die Vielfalt der Mutterkuhhaltung und damit auch der Rinderrasen vorzustellen", sagte Bettina Hörstmeier. Sie selbst hält in Ostwestfalen Mutterkühe und ist zweite Vorsitzende des Mutterkuhhalter NRW e. V. Neben Gesprächen mit Verbraucherinnen und Verbrauchern fanden die Teilnehmenden auch Gelegenheit, sich mit der Politik, dem Handel und der Gastronomie auszutauschen. Bettina Hörstmeier betonte: "Auch unter­einander fanden Vernetzungsgespräche statt, die neue Chancen und Potenziale für die Zusammenarbeit in NRW eröffnen."

Hier geht es zum Interview der Mutterkuhhalter NRW e. V. auf der Grünen Woche: Thomas Wiese, erster Vorsitzender, und seine Kollegin, Fides Kersting, im Interview mit Thomas Michaelis: Zum Interview auf der Grünen Woche

Erfolgreiche globale Dialogplattform für Politik und Branche

Zehn Tage lang machte die Grüne Woche das Berliner Messegelände zur Dialogplattform Nummer eins für Politik und Branche. Die internationale Leitmesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau stand dieses Jahr unter dem Eindruck der nationalen Bauernproteste. Im Fokus standen internationale Ernährungssicherheit, die Zukunft der Landwirtschaft, kulinarische Trends und nachhaltige Innovationen. Insgesamt kamen rund 275.000 Messegäste zur Grünen Woche in Berlin.

Hintergrund Mutterkuhhaltung

Rund 85 % der landwirtschaftlichen Biomasse ist für den Menschen nicht essbar. Erst durch die Wiederkäuer wird aus der Pflanzenmasse ein hochwertiges tierisches Lebensmittel. Die spezielle Haltungsform der Mutterkuhhaltung hat über diese direkte Bedeutung für die menschliche Ernährung hinaus eine Reihe weiterer positiver Effekte. Hierzu zählt z. B. die besondere Tierwohlorientierung, denn die Kälber werden in der Mutterkuhhaltung nach der Geburt nicht von den Muttertieren getrennt. Vielmehr bleiben die Jungtiere in der Regel acht Monate eng bei den Muttertieren, werden von ihrer Mutter gesäugt und wachsen im Herdenverband auf. Die Herden sind den größten Teil des Jahres auf der Weide, fressen Gras und Kräuter und kommen lediglich in den Wintermonaten in den Strohstall. Insgesamt ist die Mutterkuhhaltung damit eine besonders artgerechte Haltungsform. Sie kommt häufig auf Flächen zum Einsatz, die sich für intensive Landwirtschaft kaum eignen wie z. B. Flussauen oder Hanglagen. Hier sorgt die Beweidung dafür, dass eine vielfältige und auch für die Erholungsnutzung attraktive Landschaftsstruktur erhalten bleibt, die sonst schnell unter Buschwerk verschwinden würde. Die extensive Beweidung trägt damit auch dazu bei, ökologisch besonders wertvolle Flächen zu bewahren und zu entwickeln, die z. B. vielen Insektenarten einen Lebensraum bieten.

Die Mutterkuhhaltung mit ihren verschiedenen Fleischrinderrassen bringt neben der Produktion von hochwertigem Fleisch und Fleischprodukten also auch in vielen anderen Bereichen einen Nutzen für die Gesellschaft und die Umwelt mit sich. Damit das funktioniert, investieren die Halterinnen und Halter viel Zeit, Arbeit und Geld, denn ihr Aufwand ist wegen der in der Regel kleinen Herden auf häufig kleinen und verteilten Flächen vergleichsweise hoch. Häufig wird die Mutterkuhhaltung im Nebenerwerb betrieben. Das geht nur mit viel Überzeugung und Engagement.